15/05/2025
Wie wir dem Fachkräftemangel entgegenwirken: Ein Schulbesuch mit nachhaltigem Eindruck
Heute war einer dieser Tage, an dem man erkennt, wie wichtig direkte, persönliche Ansprache ist – besonders im Kampf gegen den Fachkräftemangel in der Logistikbranche. Wir waren mit unserem LKW nicht auf einer großen Bildungsmesse vertreten, sondern haben ganz bewusst eine Abschlussklasse außerhalb eines solchen Trubels besucht – direkt an ihrer Schule.
Warum dieser Weg? Weil wir merken: Auf Messen konkurrieren hunderte von Ständen um die Aufmerksamkeit der Jugendlichen. Viele Schülerinnen und Schüler sind dort überfordert – ohnehin unsicher, wohin die Reise nach dem Schulabschluss gehen soll. Zwischen blinkenden Bannern, Giveaways und allgemeinen Werbeparolen geht oft der direkte Kontakt verloren. Genau dieser direkte Kontakt ist jedoch entscheidend, wenn es darum geht, Berufsbilder zu erklären, falsche Vorstellungen auszuräumen und echte Perspektiven zu vermitteln.
Was wir heute erlebt haben? Enormer Aufklärungsbedarf.
Wir standen mit unserem LKW auf dem Schulhof, bereit, jungen Menschen einen echten Einblick in die Ausbildung zur Berufskraftfahrerin bzw. zum Berufskraftfahrer zu geben. Was wir zunächst sahen, waren jedoch vor allem: Fragezeichen.
Fragen wie:
„Muss man den LKW selbst tanken?“
„Ist man da überhaupt mal zuhause?“
„Fährt man nur weite Strecken, immer allein?“
Diese Fragen zeigen, wie groß die Lücke zwischen Realität und Vorstellung ist. Viele Jugendliche begegnen dem Berufsbild mit Vorurteilen – meist aus Unwissenheit. Oft sind es nur diejenigen mit LKW-Fahrern im familiären Umfeld, die überhaupt über eine Ausbildung in diesem Bereich nachdenken.
Und genau hier setzen wir an.
Denn erst, wenn wir offen über die Realität sprechen, beginnen die Augen zu leuchten. Erst wenn wir erklären, dass:
der Führerschein Klasse B, C und CE komplett bezahlt wird (eine Investition im hohen fünfstelligen Bereich, wenn man sie privat machen würde),
der Beruf zukunftssicher ist und immer gefragter wird,
es verschiedene Einsatzbereiche gibt – von regionalen Touren mit täglicher Heimkehr bis hin zu Fernfahrten,
Moderne Technik, Komfort und Digitalisierung auch im LKW längst Standard sind,
… dann öffnen sich die Gespräche und echtes Interesse entsteht.
Fazit des Tages: Solche Schulbesuche sind keine Werbeveranstaltungen – sie sind Bildungsarbeit. Nur wer frühzeitig, ehrlich und auf Augenhöhe informiert, kann junge Menschen für Berufe begeistern, die unsere Gesellschaft dringend braucht. Der Berufskraftfahrer ist mehr als ein Lenker schwerer Maschinen – er ist ein unverzichtbares Glied in unserer Wirtschaft.
Wir kommen wieder. Denn wir wollen nicht nur klagen, dass es an Nachwuchs fehlt – wir wollen etwas dafür tun. Und heute war ein Schritt in die richtige Richtung.