18/09/2022
•MESSI SYNDROM
Als Messies werden Personen mit der Unfähigkeit bezeichnet, ihre eigene Wohnung oder ihr Haus in Ordnung zu halten, weil sie an den belanglosesten Gegenständen festhalten, welche normalerweise in den Müll gehören. Das Messie-Syndrom ist eine Persönlichkeitsstörung, wobei die Ausprägungen genau wie bei anderen Syndromen von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark sind. “Messie” ist ursprünglich ein abwertender Ausdruck der deutschen Umgangssprache. Durch die häufige Verwendung des Begriffs in größeren Medien wird er inzwischen jedoch auch in der psychotherapeutischen Fachwelt verwendet.
Leichtere Fälle von Messies fallen vor allem dadurch auf, dass die Tische und Stühle in ihren Wohnungen keine freien Flächen mehr haben, weil sich auf ihnen Zeitungen oder Zeitschriften längst vergangener Monate und Jahre darauf stapeln. Ist die Erkrankung hingegen schwerer, werden auch verbrauchte Gegenstände wie kaputte Möbel, alte Geräte, leere Flaschen oder Konservendosen aufbewahrt.
Starke Ausprägungen des Messie-Syndroms können die Angehörigen der Betroffenen auf eine harte Probe stellen: Vor lauter Unrat kann man in der Wohnung kaum noch einen Schritt tun, da die Zimmer und Flure verstellt sind. Hinzu kommt ein unvermeidbarer Ekel-Faktor, da extreme Messies buchstäblich im eigenen Müll leben und die Wände schimmeln, Ungeziefer kann sich einnisten. Im allerschlimmsten Fall sind die Bewohner selber nicht mehr am Leben.