08/03/2026
Wahre Worte
Transport am Limit – und keiner spricht wirklich darüber
Ich bin Unternehmer im Transportgewerbe. Und ehrlich gesagt frage ich mich immer öfter, wie lange das alles noch funktionieren soll.
Von Monat zu Monat steigen die Kosten. Maut, Personal, Versicherungen, Reparaturen – alles wird teurer. Und jetzt steigen auch die Dieselpreise wieder massiv an. Innerhalb kürzester Zeit kostet der Liter deutlich mehr. Für jemanden, der einmal pro Woche tankt, ist das ärgerlich. Für uns mit mehreren Lkw sind das schnell tausende Euro Mehrkosten im Monat.
Und das ist Geld, das man nicht einfach irgendwo wieder reinholen kann.
Was viele von uns zusätzlich fassungslos gemacht hat, war eine Aussage aus der Bundesregierung. Auf die Frage nach Entlastungen bei steigenden Spritpreisen kam sinngemäß die Antwort, man könne doch einfach auf ein Elektroauto umsteigen, statt über Spritpreise zu diskutieren.
Ganz ehrlich:
Wer so etwas sagt, hat vermutlich noch nie Verantwortung für einen Fuhrpark oder ein Transportunternehmen getragen.
❓ Wie soll ein Betrieb mit schweren Lkw einfach mal schnell auf Elektro umsteigen?
Die Fahrzeuge kosten ein Vermögen, die Ladeinfrastruktur ist vielerorts nicht vorhanden und für lange Strecken im täglichen Einsatz ist diese Technik für viele Betriebe aktuell schlicht noch nicht praktikabel.
Gleichzeitig sehen wir jeden Tag etwas anderes:
❓ In vielen Nachbarländern ist Diesel deutlich günstiger als bei uns.
Wer über die Grenze fährt – nach Luxemburg, Österreich oder Polen – merkt sofort den Unterschied. Teilweise liegt der Preis dort 35 bis 50 Cent unter dem deutschen Niveau. Ein großer Teil unseres Kraftstoffpreises besteht eben aus Steuern und Abgaben – und genau das macht am Ende den Unterschied.
Für uns Unternehmer bedeutet das vor allem eines: Die Kosten laufen immer weiter nach oben, während Planung und Kalkulation immer schwieriger werden. Der wirtschaftliche Druck wächst ständig und viele Betriebe kämpfen inzwischen jeden Tag darum, überhaupt noch vernünftig arbeiten zu können.
Dabei darf man eines nicht vergessen:
Ohne Transport läuft in diesem Land gar nichts.
Wir sorgen dafür, dass Supermärkte beliefert werden.
Wir bringen Material auf Baustellen.
Wir transportieren Medikamente, Lebensmittel und Waren aller Art.
Und wir sorgen dafür, dass Pakete überhaupt bei den Menschen ankommen.
Trotzdem fühlt sich unsere Branche immer öfter so an, als würde sie kaum noch wahrgenommen.
Ich mache diesen Job mit Überzeugung. Viele von uns tun das. Wir tragen Verantwortung für unsere Mitarbeiter, für unsere Fahrer und für unsere Unternehmen. Wir investieren, arbeiten oft rund um die Uhr und versuchen jeden Tag, unseren Betrieb am Laufen zu halten.
Deshalb möchte ich zum Schluss einfach einmal Danke sagen.
Danke an alle Fahrer, die bei Wind und Wetter unterwegs sind.
Danke an die Disponenten, die jeden Tag versuchen, das Chaos irgendwie zu organisieren.
Danke an alle Unternehmer, die trotz aller Risiken Verantwortung für Mitarbeiter und Familien übernehmen.
Und auch ein großes Dankeschön an alle Menschen, die verstehen, wie wichtig unsere Branche ist und unsere Arbeit wertschätzen.
Denn eines ist sicher:
Ohne Transport steht Deutschland still.