30/10/2025
Uber und die Sache mit der Demut... frei nach Astrid Linkgren: "Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt" oder Konrad Adenauer: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“
Gegendarstellung zum Zukunftsversprechen von Uber: Wenn Roboter das Steuer übernehmen
„Roboter fahren bald sicherer als Menschen“, verkündet der Uber-Chef. Welch beruhigende Aussicht – besonders für jene, die sich bislang auf Uber-Fahrer verlassen mussten, deren Arbeitsbedingungen so prekär sind, dass selbst ein Hamster im Laufrad mehr Mitspracherecht hätte.
Denn während die Zukunft bei Uber offenbar glänzt wie ein frisch polierter Tesla, sieht die Gegenwart eher aus wie ein verbeulter Mietwagen mit abgelaufenem TÜV. In Deutschland wurde Uber X bereits gerichtlich verboten – nicht etwa wegen zu viel Innovation, sondern weil man sich beim Umgehen des Personenbeförderungsgesetzes offenbar besonders kreativ zeigte. [verbrauche...rum.berlin]
Aber keine Sorge: Die Roboter, die bald das Steuer übernehmen sollen, haben sicher keine Probleme mit Arbeitszeiten, Mindestlohn oder Sozialversicherung. Ganz im Gegensatz zu den menschlichen Fahrern, die laut Fairwork-Studie 2025 null Punkte für faire Arbeitsbedingungen erhielten. Null. Nada. Nichts. Das ist nicht einmal ironisch – das ist mathematisch traurig. [tino-schopf.de]
Und während Uber sich auf die KI-gesteuerte Zukunft vorbereitet, kämpft es in der Realität mit Datenschutzskandalen. 290 Millionen Euro Bußgeld wegen illegaler Speicherung sensibler Fahrerdaten in den USA – darunter Gesundheitsdaten und Standortverläufe. Vielleicht wollte man die Roboter schon mal mit Trainingsdaten füttern? [verbrauche...rum.berlin]
Doch der eigentliche Plot-Twist kommt aus Frankfurt: Bei einer groß angelegten Razzia gegen Uber- und Bolt-Partner wurden Fahrzeuge beschlagnahmt, Fahrer befragt und Dokumente durchleuchtet. Die Vorwürfe: illegale Beschäftigung, fehlende Genehmigungen, Steuerhinterziehung und Arbeitsbedingungen, die an moderne Sklaverei erinnern. [heise.de]
Und Berlin? Dort flüchten die Fahrdienste ins Umland – nicht nur aus dubiosen Gründen. Medien deckten auf, dass über 1000 illegale Fahrzeuge jahrelang durch die Hauptstadt fuhren. Die Unternehmen? Oft Geisterfirmen ohne Betriebssitz, ohne Versicherung, ohne Sozialabgaben. [bild.de]
Tino Schopf, verkehrspolitischer Sprecher der SPD im Berliner Abgeordnetenhaus, bringt es auf den Punkt:
„Es zeigt sich einmal mehr, dass die Rahmenvereinbarung des LABO mit den Vermittlungsplattformen Uber, Bolt, Freenow und Bliq in der Praxis nicht das Papier wert ist, auf dem sie verfasst wurde.“
„Das ist nicht nur in höchstem Maße fahrlässig, sondern auch von Seiten der Vermittlungsplattform ganz klar ein kriminelles Verhalten.“
„Die Rahmenvereinbarung wird unterwandert und ignoriert – auf dem Rücken der Fahrgäste, der Fahrerinnen und Fahrer sowie der Berliner Steuerzahler.“
„Der Senat muss endlich die richtigen Maßnahmen ergreifen und umgehend Konsequenzen ziehen.“ [spdfraktio...-berlin.de]
In weiteren Interviews warnte Schopf:
„Fahrgäste in Mietwagen ohne gültige Konzession sind nicht versichert.“
„Uber und Bolt geben über ihre App gezielt Anweisungen – das ist ein Beschäftigungsverhältnis.“
„Das Geschäftsmodell basiert auf Lohndumping, Sozialbetrug und Steuerhinterziehung.“ [inforadio.de]
Fazit: Wenn Uber-Chefs von einer Zukunft träumen, in der Roboter das Steuer übernehmen, dann ist das vielleicht gar nicht so schlecht. Denn Roboter streiken nicht, verklagen nicht und brauchen keine Krankenversicherung. Sie sind die perfekten Angestellten – zumindest aus Sicht eines Unternehmens, das sich mit Arbeitsrecht, Datenschutz und Steuerrecht bislang eher schwer tut
https://www.bild.de/geld/wirtschaft/fahren-viel-sicherer-als-menschen-uber-chef-verraet-wann-roboter-das-autofahren-uebernehmen-6901dde98ef09a6aa251c6d0
Mensch oder Maschine - wer fährt besser Auto? Und wie lange wird es noch dauern, bis wir nicht mehr selbst hinter dem Steuer sitzen.