11/11/2020
Thüringer Taxi-Gewerbe fordert Corona-Hilfe - Förderprogramme greifen nicht.
Thüringens Taxi- und Mietwagenunternehmen fordern schnelle finanzielle Hilfe zum Überleben im zweiten Corona-Lockdown. „Ohne zu Übertreiben: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Die Förderungen der Bundesregierung greifen für unsere Branche nicht“, sagte Martin Kammer, Hauptgeschäftsführer des Landesverbands Thüringen des Verkehrsgewerbes (LTV) e.V.. „Hilfe bekommen diejenigen, die Kultur, Tourismus und Geschäftsreisende als direkte Kunden haben. Bei uns ist sind die Kunden aber genau die Gäste der Restaurants, Hotels oder Messen, die jetzt natürlich ausbleiben.“ Die Taxi- und Mietwagenbranche Thüringens, wie in anderen Bundesländern auch, erzielt keine 80 Prozent ihrer Umsätze mit den direkt von den Schließungsmaßnahmen betroffenen Unternehmen. Dies aber ist die Voraussetzung für eine Förderung im zweiten Lockdown.
„Darum benötigen wir schnelle Hilfen, um nicht morgen Insolvenz anmelden zu müssen“, betonte Kammer und schlug drei mögliche Varianten zur Unterstützung vor: „Denkbar wäre die Zahlung eines Unternehmerlohnes bis mindestens zwei Monate nach dem Ende des Lockdowns, der sich nach dem Gewinn, inklusive Unternehmerlohn, der Taxi- und Mietwagenunternehmen aus dem Jahr 2019 richtet. Die Förderung sollte nicht rückzahlbar sein.“ Ferner würde eine Übernahme der Ratenzahlungen für die Anschaffung von Fahrzeugen sowie die Ausstattung für die Rollstuhlbeförderung die Unternehmen entlasten. „Dabei müssten nicht nur die Zinsbelastungen, sondern auch die Tilgungsbelastungen zu 100 Prozent gefördert werden“, sagte Martin Kammer. Schließlich sollten auch die Fixkosten übernommen werden, die durch den Betrieb der Unternehmungen entstehen.
„Wir wissen, dass die Lage angespannt ist. Aber unser kleinteilig organisiertes Gewerbe kämpft ums Überleben - und kann die Mobilität von morgen möglicherweise nicht mehr gewährleisten. Aber bezahlbare Mobilität für alle ist existenziell und kein Luxus-Gut“, unterstrich der LTV-Chef.