23/10/2026
Von 3500 Dollar auf 1,76 Millionen Dollar!
Kaum jemand anderes verkörperte die wilden 60er Jahre so wie Janis Joplin. Die weltbekannte Sängerin kaufte sich im Sommer des Jahres 1968 einen weißen Porsche 356. Angeblich hat sie damals 3500 Dollar bei einem Gebrauchtwagenhändler dafür bezahlt. Die weiße Farbe passte allerdings nicht zu ihr und zur allgemein bunten Welt der Hippies in der sie sich bewegte.
Zur selben Zeit hatte Dave Richards, der Roadie in ihrer Band war, das Motorrad ihres Freunds mit bunten Farben lackiert. Janis fragte ihn, ob er nicht das Gleiche mit ihrem Porsche tun könnte? Nähere Angaben über das Motiv machte sie nicht. Es sollte lediglich dem Zeitgeist entsprechen. Richards nahm den Auftrag an und nannte sein Kunstwerk „Die Geschichte des Universums“.
Die Sängerin genoss es in diesem immer berühmter werdenden Porsche zu fahren. Zu einem Zwischenfall kam es im Sommer 1969. Der auffällige 356er wurde in San Francisco während eines Auftritts von ihr gestohlen. Die Polizei fand ihn eine Woche später parkend an einer Straße. Allerdings waren das Heck und die Fahrerseite teilweise mit einer grauen Grundierung besprüht worden. Diese konnte aber entfernt werden, so dass der Porsche wieder komplett in den bunten original Farben erstrahlen konnte.
Sehr lange hat Janis ihn aber leider nicht mehr fahren können. Am 4. Oktober im Jahr 1970 wurde sie tot in einem Hotelzimmer gefunden. Im Alter von nur 27 Jahren starb sie laut offiziellen Meldungen an einer Überdosis He**in.
Nach ihrem Tod hat ihr Manager den Porsche bekommen. Er fuhr ihn nach New York um ihn dort selbst zu fahren, lieh ihn aber auch an Familienmitglieder und Bekannte aus.
Im Jahr 1973 wollte Janis` Familie den Porsche wieder zurück haben, der leider mittlerweile in einem allgemein sehr schlechten Zustand war. Nach einigen Reparaturen war er zumindest so weit in Ordnung, dass er nach Arizona überführt werden konnte.
Als Michael, der jüngere Bruder von Janis, den Porsche erhalten hatte, stellte er fest, dass die bunte Farbe überall, teilweise sogar großflächig abplatzte. So entschieden Michael und seine Schwester Laura, dass der Porsche wieder in seiner ursprünglichen Farbe lackiert werden sollte.
Nach verrichteten Arbeiten wechselte der Porsche im zweijährigen Rhythmus zwischen Michael und Laura, bis er ab dem Jahr 1985 in Arizona,
zu Hause bei Michael, mit einer Plane abgedeckt wurde. Die Kosten und Aufwand für die Instandhaltung des Porsches waren zu hoch.
Laura Joplin begann genau in diesem Jahr ein Buch über ihre Schwester mit dem Titel „Love Janis“ zu schreiben. Das Buch schrieb sie
auch als Theaterstück. Als das Theaterstück in Denver zum ersten Mal aufgeführt werden sollte, stand Janis` alter Porsche als Eyecatcher
dort im Eingangsbereich. Die Kunstabteilung des Theaters hatte ihn genau so lackiert wie Janis ihn gefahren hatte.
Im Jahr 1995 gaben ihn die Joplins in das Rock & Roll Hall of Fame and Museum in Cleveland Ohio.
Im Jahr 2015 bot die Familie Joplin den Porsche über die RM/Sotheby´s Versteigerung in New York zum Kauf an. In der Tat wurde er dort für 1,76 Millionen Dollar versteigert. – Welch ein Unterschied zum Kaufpreis von 3500 Dollar!!!
Das hier gezeigte Exemplar ist dem von Janis Joplin sehr ähnlich. Auch wenn es kein Cabriolet ist. Das was man äußerlich sieht ist eine Folie. Grund für die Folierung: Der original silberne Lack musste teilweise ausgebessert werden. Leider ist es bei dieser Farbe so, dass man nachlackierte Stellen sieht wenn man genauer hinschaut. Daher entschieden die Besitzer, ihn mit dieser sehr außergewöhnlichen Folie versehen zu lassen. – Ist zwar nicht original, aber das ist die Lackierung des 356ers von Janis ja auch nicht mehr.