Trachtenverein Täsch

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23/02/2026
Willkommensgruss  des PräsidentenMit Freude begrüsse ich Sie und lade Sie alle von, mit uns gemeinsam das Goldene Verein...
08/04/2024

Willkommensgruss des Präsidenten
Mit Freude begrüsse ich Sie und lade Sie alle von, mit uns gemeinsam das Goldene Vereins-Jubiläum zu feiern. Ich hoffe, dass Sie alle die nötige Zeit dazu finden werden, wieder einmal miteinander einige Stunden zu „hängertu“, so wie es früher war.
Meine Gedanken gehen viele Jahre zurück, damals bestaunte ich zusammen mit allen Heimatliebenden die Trachtenfrauen, die an den hohen Festtagen für den Gottesdienst sowie an Veranstaltungen das traditionelle Kleid der Heimat trugen.
Als Mitbegründer und langjähriges Mitglied des Vorstandes gehe ich mit Freude an die Arbeit und versuche einige schöne Begebenheiten des Vereins anlässlich des Jubiläums „ 50 Jahre Trachtenverein Täsch“ für sie niederzuschreiben.
Zuerst möchte ich den Vereins-Mitbegründer/innen, die den Grundstein für dieses Jubiläum gelegt haben, meinen innigsten Dank aussprechen. Wir alle hatten das Ziel vor Augen, das Tragen der Tracht und die althergebrachten Traditionen weiter zu fördern.
Auch als ehemaliger Gastwirt möchte ich allen Vereinsmitgliedern danken, nicht nur für ihren Einsatz zum Wohle unseres Dorfes, sondern auch für die tolle Werbung, die sie mit dem Tragen der Tracht an den verschiedenen Folkloreumzügen sowie an den 48 kantonalen Trachtenfesten für unseren Ort gemacht haben.
Ich wünsche allen einen gelungenen Folkloreabend am 19. Juli und am 20. Oktober ein schönes Jubiläumsfest.
Leo Josef Imboden

Wie es zur Gründung des Vereins Täsch kam!
1969 war ich Vorsitzender vom Verkehrsverein Täsch. Zusammen mit dem VV Randa organisierten wir im Sommer in der Ättermenza ein Waldfest. Die Randäer waren für die Kantine besorgt, wir Täscher für die volkstümliche Unterhaltung. Als Tanzmusik engagierten wir die Täscher Musikkapelle „Lolitas“. Mit der Jugend Harmonikagruppe aus St. Niklaus und der Kinder- Trachtentanzgruppe aus Glis mit ihrer Tanzleiterin Allenbach hatten wir einen unterhaltsamen Nachmittag. Als ich die Trachtenkinder sah, funkte es bei mir: Mit voller Begeisterung und ohne gross zu überlegen, sagte ich am Mikrofon: „Es ist so wunderschön, den Kleinen beim Tanzen zuzusehen! Es ist an der Zeit, dass wir auch einen Trachtenverein gründen sollten“.
Es waren nicht nur die Einheimischen, sondern auch die Feriengäste, welche die Erhaltung der Traditionen vermissten, vor allem die Trachten, die immer bestaunt, fotografiert und hoch geschätzt wurden. So kam es, dass über 60 Täscherinnen und Täscher am 25. September 1969 im Saal vom Hotel Täscherhof zu einem Filmabend zusammenkamen. Ich konnte mit Erfolg die Anwesenden für eine Vereinsgründung sensibilisieren. An dem Abend wurde ein Initiativkomitee gewählt, um einen Trachtenverein zu gründen.
Die Begeisterung im Dorfe wurde immer grösser, so war es der Wunsch von vielen, dass man baldmöglichst einen Trachtenverein gründen sollte. So fand am 5. Nov. die Gründung des Vereins statt. In Anwesenheit von 40 interessierten Damen und 5 Herren konnte das Initiativkomitee schon die neuen Trachten für die Frauen und für die Herren vorführen. Beide Trachten waren von der kantonalen Trachten-Kommission bereits genehmigt worden.
In den Vereinsvorstand wurden folgende Mitglieder gewählt:
Bruno Imboden 39, Präsident; Leo Imboden 37, Vizepräsident; Marie Lauber-Clausen 26, Protokollführerin; Adeline Truffer, Kassierin; Claudia Imboden 35, Materialverwalterin.
Folgende Aktiv- und Passivmitglieder haben sich für den Verein eingeschrieben.
Kamil und Richard Aufdenblatten, Alois Truffer-Aufdenblatten, Adelbert und Helene Imboden-Brantschen, Yvonne Imboden, Dorli Imboden, Charlotte Imboden-Mooser, Trudi Imboden-Zumstein, Waldimir Imboden, Franz und Elisa Imesch-Summermatter, Edith und Emma Imesch, Lydia Lauber-Lauber, Lydia Lauber-Hartmann, Maya Lauber-Schöpf, Norbert Lauber, Oskar Lauber, Werner Lauber.
Unser Trachtenverein mit der Tanzgruppe wurde am 8. März 1970 in die Kantonale Vereinigung aufgenommen, somit konnten wir schon im gleichen Jahr am kantonalen Trachtenfest teilnehmen, das in Mission im Eifischtal stattfand.
Dem Protokollbuch von Marie Lauber-Clausen entnehmen wir: „Punkt 07.00 Uhr marschierten 40 stramme Täscherinnen und Täscher am 19. Juli 1970 als Trachtengruppe von der Kirche zum Bahnhof, um mit der BVZ- Bahn bis Randa und von dort mit dem Bus nach dem schönen und romantischen Dorf Mission zu fahren“. Im feierlichen Umzug begleiteten uns die Musikanten Armin Willisch mit der Klarinette und Peter Taugwalder mit der Handorgel.
Es war nicht nur für uns in der Tracht, sondern auch für die vielen mitgereisten Passivmitglieder ein wunderschöner Anlass. So viele begeisterte Trachtenleute und die vielen zufriedenen Zuschauer waren für uns eine grosse Freude.
Auf der Heimfahrt wurden wir noch von unserem Kommissar in die Kellerei „La Comba“ zu einem Abschiedstrunk eingeladen. Bei der verspäteten Ankunft in Täsch empfing uns zur freudigen Überraschung die Dorfmusik „Täschalp“ mit einem Willkommensgruss.

Wir freuten uns über das Dankesschreiben von Bertha Summermatter, BVZ Stationsvorsteherin und Gemeinderätin, Randa vom 20. Juli 1970:
„Fröhlich sein und Freude schenken! Dem jungen Trachtenverein von Täsch herzliche Gratulation zur Glanzleistung in Mission. Das Experiment ist gelungen, nach alter Sitte wird in Täsch getanzt und gesungen. Organisatoren und Mitglieder „Leht nit lugg, lueget nit wägu jeder Fleiga zrug“.

Erste Teilnahme am kantonalen Trachtenfest in Mission

Einladung vom TV Reichenbach
Im selben Jahr im Oktober fand unser erster Vereinsausflug statt: Von der Präsidentin des Trachtenvereins Reichenbach, Frau Mineli Mooser-Linder, erhielten wir eine Einladung, um an ihrem Unterhaltungsabend aufzutreten. Neben Trachtentänzen sollten wir einige Heimatlieder vortragen, das war der Wunsch von Frau Mooser.
Das erste Mal ausserkantonal auf einer Bühne zu stehen, war für einige von uns schon ein bisschen zu viel verlangt. Wir hatten nur wenig Zeit zum Üben von einigen Heimatliedern von Dekan Gregor Brantschen. Zum Glück hatten wir einige Mitglieder vom Kirchenchor im Verein, so nahmen wir alles sehr gelassen und dachten: „Das geit dä scho“!
Mit einem mulmigen Gefühl standen wir auf der grossen Bühne, im Hintergrund hing eine schöne Bergkulisse aus dem Kiental, es war
mäuschenstill. Die Helene stimmte das Lied an: “Mis Heimatderfji“, die Claudia und s‘Marie mit den hellen Engelsstimmen und der Richard mit der Bassstimme und wir alle sangen kräftig mit, es klang unheimlich „güät“. Wir ernteten einen grossen Applaus.
Wieder zurück in Täsch übten wir mit dem Singen weiter, wir suchten einen Dirigenten. Dem Dorffrieden und dem Kirchenchor zuliebe liessen wir das Singen sein und übten während dem langen Winter den Trachten-Volkstanz. Am Anfang war es Frau Allenbach, die uns die ersten Tanzschritte beibrachte, darnach folgte die kantonal anerkannte Tanzlehrerin Rösli Gsponer aus Brig-Glis, die uns gekonnt die richtigen Tanzfiguren beibrachte.
Im folgenden Sommer kamen die Trachtenleute von Reichenbach zu uns nach Täsch. Wir organisierten im Fasskeller am Täscher Bahnhöfli einen gemütlichen Walliser Abend. Mit Raclette, viel Speis und Trank und vielen unterhaltsamen Liedern schlossen wir den unvergesslichen Abend. Am nächsten Tag feierten wir auf Eggstadel auf 2100 m.ü.M weiter. Da wurden wir von Willi Mooser und Mineli mit Fleischgrilladen so richtig verwöhnt. Für alle war es ein unvergesslich schöner Sonntag auf der Talseite des Täschbaches mit dem wunderschönen Bergpanorama vom Weisshorn bis zum Matterhorn.
Am 31. Januar 1972 fand für die Senioren ab 60 Jahren in der Turnhalle Täsch der erste Altersunterhaltungsabend statt. Für diesen Anlass hatte der in Zermatt wohnende Täscher Severin Aufdenblatten ein Lied komponiert.
Der Trachtuverei bi Musik und Liecht En Gsellschaft bi Lüne, bi trochu und fiecht
Ba-ting, ba tang, ba-tin, ba-tang, Das isch do mi tiri kei Schand.
So leht-na la wohl si und schlageet na nit Ihr heit ja zum Rätsche und Zellu der Zit
Fer-nix, fer-nax, fer-nix, fer nax, Die Täscher hein eigenda Wags.
Dü Hans, dü Hedi, dü Philu, dü Franz Wer tüet-schich ächt spilu e luschtige Tanz?
Nit zrugg, nir firr, nit zrugg, nit firr Zerkitchi der Eschel im Gschirr.
Bald girut der bodu, bald girutz im Dach, De Männerr chunt schwindlig, de Fraue
wird schwach. Bim lingu Bei, bim rächte Bei Wiegeh no lang nit hei.
Der Trachtuverein in Täsch exisstiert, Das hett eppiss kostut, aber jetz is passiert.
Säget ja nit nei, säget ja nit nei: Unterstützet der Trachtuverei!
Einmal im Jahr sells gä is Fäscht, De chomet da lüegu, geht ja nit ins Näscht! Fal-leri, fal-era, fal-leri, fal-lera Ma müess doch zämu haa!


Heute ist ein Festtag, Sonntäglicher Gottesdienst-Besuch

Die wichtigsten Daten in Kürze:
1969 25. September war die Gründungsversammlung des Initiativ - Komitees im Hotel Täscherhof.
1969 5. Nov. Vereinsgründung mit 17 Aktiv- und 10 Passivmitgliedern.
1969 Am ersten Trachtentanzkurs im Dezember nahmen bereits acht Paare teil.

Unsere Tanzleiter/innen waren:
Rösli Gsponer, Beatrix Guggisberg-Aufdenblatten, Bruno Imboden, Liselotte Imboden, Brigitte Guntern, ab 2010 bis zur Auflösung der Tanzgruppe war Claudius Imboden der Tanzleiter.

1970 19. Juni war die erste Teilnahme am Kantonalen Trachtenfest mit 40 Teilnehmenden in Mission, Eifischtal.

1970 Wir folgten der Einladung von Mineli und W***y Mooser und erlebten einen schönen zweitägigen Aufenthalt mit dem Trachtenverein Reichenbach.
1970 Erster Bunter- Unterhaltungsabend in der Turnhalle mit verschiedene Tanzdarbietungen und Volkslieder, die Täschertracht wird der Bevölkerung vorgestellt.
1970 Raclette Fest mit der Musikgesellschaft auf der Täschalp. 40 % vom Gewinn geht in unsere Vereinskasse Fr. 96.00. Die Trachtengruppe bekommt ein Tanzverbot.

1971 Zur Fastnachtszeit organisierten wir den ersten Unterhaltungsabend in der alten Turnhalle Täsch.
1971 Unser Verein organisierte den 1. Folklore-Abend mit Speis und Trank, die Täscher Musikkapelle „Alphüttli“ (später hiessen sie Monia) spielten zum Tanz auf dem Sportplatz „zum Schopf“ auf.
1971 Am 2. Okt. hatte unser Verein die Ehre, an der Eröffnung des Comptoir de Martigny am Fest-Umzug mitzuwirken.
1992 Immer im Januar findet für die Bewohner ab 60. In der Turnhalle Täsch einen Altersunterhaltungsabend statt.

1974 Der TV nahm am Schweizerischen Trachtenfest in Zürich teil, auch an den schweizerischen Trachtenfesten in Luzern, Bern, Genf und Schwyz haben wir mit einer grösseren Delegation in der Tracht mitgemacht.
1976 Wir organisieren das Sommer- Tanzfest im Wildiwald bei Randa.
1977 Die Kindertanzgruppe wurde gegründet. Die Tanzleiterinnen waren: Helene Imboden-Brantschen und Rosa Bacher-Willisch die brachten den Kindern das Tanzen bei. Später folgten: Mario Arnold und Liselotte Imboden.
1978 Kindertanzgruppe am kantonalen Trachtenfest in Saas Fee. Am Sonntagmorgen war die Premiere für die Kindergruppe. Auch unsere 30 Kinder hatten einen grossen Erfolg. Die MG „Täschalp“ empfing uns am Bahnhof Täsch.
1980 Fand der letzte Altersabend mit dem Altersturnverein in der MZH „Anemone“ statt. Unser Ehrenmitglied und langjährige Kassierin Anni Lauber-Kaufmann zog nach Thun.





1980 Am 24. August wurde die Vereinsfahne durch unser Pfarrer Josef Albrecht auf dem geschmückten Schulhausplatz eingeweiht. Die zwei Kindertanzgruppen sowie auch die zahlreich erschienene Bevölkerung waren hell begeistert. Der OK Präsident Johann Imesch führte uns gekonnt durch den unterhaltsamen Nachmittag.
Fahnenpatin: Charlotte Imboden-Mooser mit dem Paten
Leo Josef Imboden spendeten die Vereinsfahne.
Der erste Vereinsfähnrich war Augustin Lauber.



1984 Als Dank für das aktive Mitmachen am Dorfleben erhielten wir von der Gemeindeverwaltung in der alten Turnhalle ein Übungslokal für die Tanzgruppe.
1987 Unser Vereinspräsident Bruno Imboden amtete einige Jahre in der kantonalen Tanzkommission. Die Choreografie vom Tanz „Johannisberger“ stammt aus seinen Federn.
1989 13 Vereinsmitglieder wurden für die 20 jährige Mitgliedschaft in der kantonalen Trachtenvereinigung geehrt und konnten die Verdienstmedaille in Empfang nehmen.

1989 Der Vereinspräsident Bruno Imboden gab seine Demission bekannt und wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt. Als Dankeschön stellte er sich nochmals für zwei Jahre als Präsident dem Verein zur Verfügung.

1990 Vorstandsmitglied und Mitglied der Tanzgruppe Christine Imboden verlor bei einem tragischen Autounfall das Leben.
1993 Vereinsausflug mit der Tracht am „Unspunnenfest“ in Interlaken, einem Schweizerischen Alphirtenfest mit Schwingen, Volkstänzen und Folkloreumzug.
1994 25. Jährige Jubiläumsfeier in der MZH „Anemone“ mit einer Festschrift von der Präsidentin Liselotte Imboden.
1995 An der Delegiertenversammlung in Savièse hatte unser Verein sich für das Kantonale Trachtenfest 1997 beworben und konnte im Sommer 1997 das Fest organisieren.
1996 Hans-Jörg Arnold wurde für die drei Medaillen an der WM und an der Behinderten-Olympiade in Täsch empfangen und geehrt.
1997 Im März fand die Delegiertenversammlung der Kantonalen Trachtenvereinigung in der MZH Täsch statt.
1997 Vom 20. - 22. Juni fand der Höhepunkt unseres Vereins statt. Unter der Leitung vom OK- und Gemeindepräsident Johann Imesch organisierten wir das 52. Kantonale Walliser Trachtenfest. 50 Trachten- Gruppen sowie verschiedene Musikvereine nahmen am Festumzug teil. Am Morgen regnete es in Strömen. Den Festgottesdienst mit dem Apéro musste im Festzelt durchführen werden. „Gott sei Dank“ das Wetter wurde besser, bei Sonnenschein konnten wir den Umzug durchführen.
1999 An der GV wünscht Pfarrer Bernhard Schnyder dem Verein viel Mut und vor allem guten Zusammenhalt und hofft, dass auch wenn die Mehrheit im neuen Vorstand zwar aus Zermatt komme, am Fronleichnam der Trachtenverein dennoch mitmache, wie bisher.
2001 Unser Verein bekam von Pfarrer Bernhard Schnyder den ehrenvollen Auftrag, zwei Jahre die Weihnachts-Krippe in der Kirche aufzustellen.
2002 Beim jährlichen Skiausflug der Tanzgruppe mit Mittagessen dürfen von nun an alle Vereinsmitglieder mitmachen.
2004 Als Ersatz vom Seniorenabend wurde ein Unterhaltungs- Abend mit dem Luzerner Chörli Odermatt organisiert.
2004 Eine grosse Delegation vom TV Täsch war auch bei dem Empfang und bei der Ehrung des Weltmeisters Hans-Jörg Arnold in Stalden.
2005 Familienfest für die Bevölkerung am Schalisee mit Raclette und Grilladen. 2006 Der Tennisclub Täsch wird aufgelöst, unser TV wird mit Fr. 3000.- beschenkt. Ein „Dankeschön“.
2006 Im Auftrag von Zermatt Tourismus tanzte unsere Tanzgruppe mit der Gruppe Glis zusammen in Küssnacht am See. Ein Jahr später wurde sie auch für einen Werbeabend in Thun verpflichtet.
2006 Der Tennisclub Täsch wird aufgelöst, unser TV wird mit Fr. 3000.- beschenkt. Ein „Dankeschön“.
2008 Gut war die Beteiligung am Vereinsausflug auf den Ballenberg, mit anschliessendem Besuch beim Mineli Mooser-Lindner in Reichenbach.
2008 Auch unser Verein führte einen Getränke-Raclette Stand am 1. Advents-Markt auf dem Buspark Täsch, organisiert vom Verein „Ischers Täsch“.
2009 Am 14. Juni haben wir am Folkloreumzug in Domodossola mitgewirkt.
2009 Unsere Tanzgruppe nahm tanzend am Folklore- Festival-Umzug auf der Strasse durch Zermatt teil.
2009 Wir erhielt vom Pfarrer Schnyder den ehrenvollen Auftrag am Erntedankfest den Gottesdienst mitzugestalten. Anschliessend offerierte der Verein ein Apéro auf dem Kirchplatz.
2009 Der festliche Teil des Jubiläums „40 Jahre Trachtenverein Täsch“ begann mit einer Messfeier. In der MZH „Anemone“ begrüsste uns der Klang der Musikgesellschaft „Täschalp“. Das Apéro mit einem Teller Täscherreis und die Chipollata aus der war ein Willkommensgruss. Brunos Bilderschau und Leos Video „40 Jahren Trachtenverein Täsch“ wurden zur Unterhaltung vorgeführt. Endlich konnte Ehrenpräsident Bruno Imboden den Pfr. Bernhard Schnyder, sowie einige Gemeinderäte, die Walliser Trachten Delegationen, die Tanzgruppen aus Glis und Saas-Fee, die MG „Täschalp“, unsere Trachtenmusikanten, den Gesangsverein sowie eine grosse Schar der Täscher Bevölkerung begrüssen und willkommen heissen.

Nach der Ehrung der sieben anwesenden Gründungsmitglieder genossen wir die verschiedenen Darbietungen sowie auch unsere Trachten -Musikantengruppe in vollen Zügen.

Die Musikgesellschaft „Täschalp“

Der Kirchenchor Täsch
2010 Die 1. Augustfeier wurde immer am Bahnhof eröffnet, wir hatten die Ehre, unter den Klängen des Fahnenmarsches die Fahnen zu hiessen. Anschliessend war der feierliche Einmarsch zum Kirchplatz. Auch diese schöne Tradition wurde leider abgeschafft.

2010 Zwei Jahre konnte unser Verein die Weihnachts- Krippe in der Kirche aufstellen.
2011 Bei der Auflösung des Schützenvereins Täsch wurde unser Verein mit Fr. 1000.- beschenkt. Ein „ Dankeschön“.
2011 Bis anhin haben wir jedes zweite Jahr am Folkloreumzug in Zermatt mitgewirkt. Wir folgten dem Wunsch einzelner Mitglieder und sind von nun an jedes Jahr am Folklorefestival in Zermatt anzutreffen.
2012 Unsere Trachten Tanzgruppe hat an den Folkloreabenden in Täsch im Sommer oft bis zu viermal Volks-Tänze mit Unterstützung der Tanzgruppe Saas Fee oder Glis vorgeführt.
Leider war 2012 der letzte Tanzauftritt der Täschertanzgruppe mit einigen Mitgliedern aus Zermatt.

2013 33 Personen nahmen am Tagesausflug mit Schifffahrt auf dem Genfersee teil.
2016 zum 47. Mal nahmen wir am kantonalen Trachtenfest in Orsieres mit noch 13 Erwachsene und ein Kind teil.
2019 Traditionsgemäss übernehmen wir auch dieses Jahr am Folkloreabend die Festkantine. Für unseren Verein soll es eine vor „Jubiläumfeier 50 Jahre Trachtenverein Täsch“ sein. Die MG „Täschalp“, vielleicht auch der Täscher Gesangverein, der Alleinunterhalter Toni Bitschin, sowie die Trachten Tanzgruppe aus Glis/Naters werden uns helfen, den Anlass würdig zu verschönern.

Unsere Ehrenmitglieder
Nach 20 Jahren Vereinsleben wurden die ersten Ehrenmitglieder ernannt: Pfarrer Eduard Imhof, Pfarrer Josef Albrecht, Adelina Truffer-Aufdenblatten, Elisa Imesch-Summermatter, Monika Mooser-Mooser, Maria Willisch, Kamil Aufdenblatten.
An der Generalversammlung 1995 wurden folgende Aktiv- Mitglieder für 25 Jahre Vereinstreue zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Bruno Imboden, Ehrenpräsident, Claudia Imboden, Anni Lauber-Kaufmann, Charlotte Imboden, Fahnengotta, Leo Josef Imboden, Fahnen- Götti, Helene Imboden-Brantschen, Yvonne Imboden, Luzia Lochmatter, Werner Lauber sowie das Passivmitglied Adelbert Imboden.
Folgende Aktiv- und Passivmitglieder, die das Rentenalter erreicht haben, wurden ebenfalls zu Ehrenmitgliedern ernannt:
Helene Lerjen 32, Paul Imboden 28 sowie Erwin Lauber 29.
Die Vereinspräsidenten:
1969 bis 1989 Bruno Imboden
1990 Bruno Imboden wird Ehrenpräsident
1990 bis 1991 Bruno Imboden mit Serg Imbert
1992 bis 1995 Liselotte Imboden
1996 bis 2003 Claudius Imboden
2004 bis 2014 Bruno Imboden
2015 bis 2017 Claudius Imboden
2017 bis Leo Josef Imboden

Aktueller Vorstand 2017 – 2020

Leo Josef Imboden Präsident
Charlotte Imboden-Mooser Vizepräsidentin, Materialverwalterin
Christian Kohler Kassier & Protokoll
Roslin Lauber Beisitzerin
Mario Arnold Beisitzer und Fähnrich Stellvertreter
Vereinsfähnrich Claudius Imboden

Vorstand 1990 - 1991 Vorstand 1992 - 1995
Tanzleiter/ innen
1970 bis 1975 Bruno Imboden
1976 bis 1985 Beatrix Aufdenblatten, des Josef
1996 bis 2000 Liselotte Imboden
2001 bis 2010 Brigitte Guntern
2011 bis 2014 Liselotte Biner-Imboden und Claudius Imboden

Vereins – Mitglieder

Zurzeit zählt unser Verein: 11 Aktiv- und 22 Passivmitglieder und 2 Kinder.


Unsere Begleitmusikanten bei Umzügen und beim Tanzen
Nach Armin Willisch und Peter Taugwalder traten unter der Leitung des Dirigenten Thomas Lauber einige Musikanten der MG „Täschalp“ auf. Zu Beginn hatten sie eine grelle Jacke als Kleidung, die 10 bis 12 Musikanten bekamen den Spottnamen die „Pisten-Patrouilleure“ aus Täsch. Im darauffolgenden Jahr erhielten sie vom Verein eine schwarze, hübsche Sennen-Bluse. Die Musikkapelle von Daniel Schnyder aus Gampel spielte für die Tanzgruppe. Beim Folkloreumzug begleitete uns manchmal der „Henry Willi“ mit dem Schwyzerörgeli.

Freundschaften
Wie bereits erwähnt, war der Trachtenverein Reichenbach im Berner Oberland unser Vorbild, mehrere freundschaftliche Treffen sind unvergesslich. Mit der Trachten Tanzgruppe Rickenbach / LU hatten wir einige Jahre auch eine sehr gute freundschaftliche Beziehung. Bei einem sonntäglichen Ausflug ins idyllische Bauerndorf, mit Tanzvorführungen während dem Gottesdienst gab unser Verein das Beste. Wir wurden mit einem Mittagessen und einer anschliessenden Schifffahrt auf dem Hallwilersee grosszügig belohnt.
Am darauffolgenden Jahr kam die Tanzgruppe aus Rickenbach für zwei Tage zu uns nach Täsch. Die Tänzer verschönerten uns den 20.jährigen Jubiläums Unterhaltungsabend. Am Sonntag wurde zur Eröffnung des Gottesdienstes in der Kirche ein Tanz vorgeführt. Nach einem Apéro auf dem Kirchplatz und einem feinen Mittagessen konnten die Rickenbacher mit einem schönen Erlebnis nach Hause fahren.
Mit den Oberwalliser Trachtentanzgruppen sowie Vereinen pflegten wir stets ein freundschaftliches Verhältnis, besonders mit Zermatt, Brig, Glis, Naters, Saas Grund und Saas Fee.

Das Kleid der Heimat, unsere Trachten
Um unsere Trachten zu ergründen, muss man in die Geschichte der europäischen Mode Jahrhunderte zurückblicken. Manche Formen der bodenständigen Volkstracht übertrugen sich unverändert von Generation zu Generation.
Unsere Frauen tragen die Täscher-Sonntagstracht. Für eine hübsche Tracht ist nur das Beste gut genug. Dazu gehört der festtägliche „Kreshut“. Das ist ein Strohhut mit einer schwarzen Bandbrause, dem sogenannten Kres. Dieses Kres, das den Hutrand einsäumt, ist aus einem 60m langen Seidenband, das in rund 300 feine Falten gelegt ist, hergestellt. Unter dem Hut wird eine schwarze Haube getragen. Die Haare werden zu einem Knoten „Gupfi“ gebunden.
Zur Tracht gehören gestrickte weisse Strümpfe und schwarze Schnallenschuhe, auch gehäkelte weisse fingerlose Handschuhe. Eine schwarze „Gobelin“ Handtasche gehört auch zur Festtagstracht. Der schwarze wollene Rock ist hinten reichhaltig gefalten und darf nicht zu kurz sein, etwa 20 cm vom Boden, dies war der damalige Wunsch der Trachtenkommission.
Die seidene gleichfarbige Schürze und das Schultertuch gehören auch zur Sonntagstracht. Für das Seidentuch waren zwei Stoff-Farben zur Auswahl: „Gelb und Rosa“. Die älteren Frauen bevorzugten den gelben Stoff, die jüngeren eher den rosafarbigen. Wir fanden, die zwei Farben zusammen ergeben für die Gruppe ein schönes Farbenspiel.

Männertracht
Die Männer tragen eine braune Werktagstracht: ein weisses Hemd mit braunen Pompons, ein rotes Gilet mit fünf Holzknöpfen, Reverskragen und zwei Seitentaschen. Schwarze Schnallenschuhe mit weissen Socken und ein schwarzer Hut vervollständigen die männliche Tracht.
Die Kinder tragen die blaue Werktagstracht mit gleichfarbigem Band um den Strohhut. Stolz konnten wir auf unsere Kindertanzgruppe sein, die bei den Kantonalen Festen, bei Folkloreumzügen sowie bei den Folkloreabenden immer tatkräftig mitmachten. Einzelne Kinder tragen auch die Sonntagstracht, was besonders bei den Feriengästen sehr gut ankommt.
Leider tragen heute nur vereinzelt Kinder die Tracht, dies bedauern wir sehr. Es ist wirklich sehr schade, dass diese Tradition im Ort immer mehr vernachlässigt wird. Die wenigen Kinder, die die Tracht bei Folklorefesten tragen, werden von anderen Kindern oft gehänselt, sogar ausgelacht. Das heimatliche Gefühl geht allmählich verloren, insbesondere dem traditionellen Vereinsleben im Dorf wird zu wenig Beachtung geschenkt.
Möge der Trachtenverein Täsch trotzdem noch lange mit Stolz die Täschertracht tragen und so ein Glied unserer Dorfgemeinschaft bleiben. Es ist sicher der Wunsch aller Vereinsmitglieder, sich weiterhin für die Erhaltung der Tradition einzusetzen.

Gespräch mit der Mitbegründerin Marie Lauber – Clausen

„Postmarie“ Du bischt va der erschtu Stund a aktiv im Vorstand gsi.
Ja das stimmt, ich bi Protokollfiäräri gsi und das hani wirklich 10 Jahr lang gmacht, das het mer nit viel Arbeit gä, das hani gäru und mit viel Härzblüät gmacht. Schlimmer isch gsi: wir hei keis Gäld ka. Uberall heiwer miässu Gäld bättlu, das hani weniger gäru gmacht, isch öu nit immer einfach gsi. Ich weiss no, amu Abend hani äs Kilo Mähl und ä Liter Ell gnu und bi zär Klaudia gangu ga „Trullini“ bachu, das het bis z`Mitternacht gidürut.

Fär wer heidär die Trullinie gmacht?
Fär du erscht Unterhaltigs Abund und de jedes Jahr fär du Altersabund. Summi hend de „Chruchtelä“ gmacht.
Was ischt diär suscht no in Erinnrig giblibu?
Ich ha bi dä Aläss immer gäru mitgholfu schaffu, schlimm isch fär mich gsi, am Nahtag im Postbüro konzentriert z‘ mini Arbeit z‘machu. Ich ha no güät in Erinnrig bi der Fahnuiiwihig, da heiwärs sträng ka. Ufem Schüälhüsplatz ischt alles voll Tischjini gsi, äs sind ä hüffu Liit cho. Där Norbert und ich häweri där ganz Nahmittag am Fleischgrill mitgholfu schaffu. Am Abund siwer richtig miädi gsi. Zum Gliick sind dä alli in die Kaffeestubu in d`alti Turnhalle gangu und dä heiwär chännu där Platz üfrümu.

40 Jahre Trachtenverein im Jahre 2009

Dankesworte des Ehrenpräsidenten Bruno Imboden

Mit Stolz darf auch ich auf die vergangenen fünfzig Jahre zurückblicken. Wieder wird ein Jubiläum gefeiert. Ich danke allen von Herzen, die unseren Verein moralisch sowie auch finanziell unterstützt haben und damit einen wichtigen Beitrag für unser Dorf geleistet haben. Ohne ihre Mithilfe wäre es unmöglich gewesen, den Verein 50 Jahre lang zu erhalten.

Sicher würden alle Mitglieder sich freuen, wenn wir möglichst viele an dem einen oder anderen Anlass, wie am Folkloreabend am 19. Juli oder am 20. Oktober an der Jubiläumsfeier 50 Jahre Trachtenverein mit Festgottesdienst und anschliessendem Apéro auf dem Dorfplatz begrüssen könnten.

Ich hoffe, dass der Verein weiterhin gedeiht und Sie ihm treu bleiben.



Bruno Imboden mit seiner Frau Charlotte bei der Ehrung 50 Jahre Mitglied bei der kantonalen Trachtenvereinigung. Rechts anlässlich der Fahnenweihe 1980.

Trachtenverein Täsch, damaliger Pfarrer Eduard Imhof:
„Wie überall ist auch in Täsch „die Tracht“ kein Gewand, das die Konkurrenz mit der modischen, bis unter jedes Schindeldach regierenden Bekleidungsindustrie aufnehmen könnte. Die Tracht ist in Stoff und Seide gewobenes Denkmal vergangener Zeiten. Ob sie auf der allgemeinen Nostalgiewelle reiten und die alten Tücher wieder in der Sonne schwenken…. Oder jene, die weitab jeder Tradition bloss Folklore machen? Hier zu Lande ist er noch da, der klassische Bezug zur Tracht, welche unsere in Figur und Schritt noch echten Trachtenvereins- Mitglieder männlichen und weiblichen Geschlechts zu Tage fördern. Gesichter längsverblasster und verblichener Dorforiginale, der Berggang ausgestorbener Geschlechter tauchen in neuer Frische unter Kres und altem Landstoff wieder auf. So sieht man bei jedem Trachtenfest auferstandene Dorfpotentanten und königlich sich wiegende Bäuerinnen spätmittelalterlicher Prägung. Ihre sakrale Würde und weihrauchige Aschenhaftigkeit beschwören jene andere Welt, die man in das abgedroschene Wörtchen „früher“ kurzerhand zusammenknüllt.
Wer die Täschertrachtendamen und Trachtenherren, deren Vereins-Existenz auf einen Spätherbstabend des Jahres 1969 zurückläuft, näher besieht, dann die Augen schliesst, der hört den alten, ungestümen Täschbach gegen die ausgehöhlten Felsen schlagen.
Und so ist es zu wünschen, dass die in die alte Werktagstracht versenkten Täschermannen und gleichfalls die in Sonntagstrachtstaat der alten Wallisertracht daher rauschenden Damen nicht eine „letzte Ölung“ der Vergangenheit zelebrieren, sondern voll religiöser Inbrunst ihren ererbten Charakter, alte, nach Roggenbrot duftende Stämmigkeit und Würde durch Tal und Täler tragen. Ewig jung trägt der Täscher Trachtenverein eine alte Botschaft in die neue Welt, stets sich selber treu wie die Täscher „Nationalspeise“ der ewige Reis.“

Sponsoren

Wir bedanken uns herzlich bei allen Sponsoren, Gönnern sowie bei den Vereinen und freiwilligen Helfern für ihren Beitrag.
Gönnerliste.

Den Gönnern, deren Spenden nach dem 25. Juni eingegangen sind, wird auch herzlich gedankt.

Historisches über Täsch und das Wallis, damit wir immer wieder an die harten Zeiten unserer Ahnen zurückdenken.
Täsch, der Vorort der Gemeinde Zermatt, wird bereits 1302 in einer Urkunde erwähnt.
Der Sage gemäss soll sich das ehemalige Dorf dort befunden haben, wo sich heute das gewaltige Täschgufer ausbreitet. Ein Bergsturz, der von den Leiterspitzen niedergegangen ist, soll das Dorf verschüttet haben. Die Überlieferung berichtet, wo heute die Muttergottes Grotte ist mit der Wasserquelle, die unter dem grossen Felsen herausquillt, habe sich damals der Altar der Kirche befunden. Auf der anderen Talseite am Schalibach soll auch eine Siedlung gestanden haben, die später von Naturgewalten vernichtet worden sei.
Die überlebenden Dorfbewohner suchten sich an den umliegenden Wasserquellen eine neue Bleibe. So entstand das jetzige Dorf Täsch, nördlich am Täschbach. Auch die einzelnen Weiler am Täschberg, Zer Mettien, Zer Wichra wurden besiedelt.

Verbindungswege
Damals führte nur ein Saumweg durch das Nikolaital, weiter über den Theodulpass nach Oberitalien. Diese Verbindung wurde für den gegenseitigen Handel und Verkehr rege benützt. Unser Zuchtvieh, die Milchprodukte, Butter und Käse waren in Italien sehr rar, somit auch geschätzt. Als Gegenleistung brachten sie andere Esswaren, Reis, Mais, Salz, Früchte und Weine zurück. Die Gebrüder Josef und Nikolaus Imboden aus Täsch waren Säumer. Bei einem Weintransport vom Aostatal nach Zermatt erfroren sie am 06. November 1756 in einem Schneesturm auf dem Theodulpass.
Die Gäste, welche unsern Ort oder Zermatt besuchten wollten, kamen zu Fuss, oder wurden auf Maultierrücken hoch getragen. Die Post und die Pakete bis zu 5 Kg. wurden bis 1852 einmal pro Woche von St.Niklaus hochgebracht. Lebensmittel und Baumaterialien wurden mit Maultieren („Mültijni“) transportiert.
Im Jahre 1862 wurde der Saumweg durchs Nikolaital in eine mit Kutsche befahrbare Flurstrasse umgebaut. So wurde unser Dorf während des Sommers täglich mit der Post und frischen Lebensmitteln beliefert.
Im Winter bei wenig Schnee und bei guten Witterungsverhältnissen konnte die Strasse mit Pferdeschlitten befahren werden. Diese Versorgung über die schmale Flurstrasse war für manchen Familienvater eine gute Verdienstmöglichkeit als Fuhrmann oder Pferdekutscher. Die Versorgung über die schmale Naturstrasse dauerte bis zur Eröffnung der Visp-Zermatt Bahn im Jahre 1891.
Die Häuser im alten Dorfteil nördlich vom Täschbach sind teils aus dem 15. Jahrhundert. Bis 1953 hatten die Wohnhäuser noch keinen Wasseranschluss, das Wasser musste vom Dorfbrunnen geholt werden. Einmal in der Woche, am Samstagabend oder am Sonntagmorgen, wurde in einem „Holzbiki“ (Becken) in der Küche gebadet.

Der Junker von Täsch
Der Junker von Zermatt wollte seinem Kollegen, dem Junker in Täsch, einen Besuch abstatten. Es war an einem Frühlingstag, als er die schönen Blumen am Weidelboden kurz vor Täsch sah, wurde er neidisch auf den Täscher – Junker, denn in Zermatt war die Landschaft noch rau und kalt. Mit seinem Schwert schlug er rechts und links den Blumen die Köpfe ab. Dies sah der Junker von Täsch. Er witterte Gefahr und kam in Panik, stellte sich hinter die Haustüre und zog sein Schwert. Als der erregte Zermatter – Junker ins Haus eintreten wollte, wurde er kurzerhand vom Täscher Junker enthauptet.
Von dem damaligen Junkerhaus „uf dä Weri“ sind die Grundmauern immer noch sichtbar.

„Dr Junkerstei ob dum Blasbode“
Der Junker, als Gewalthaber von Täsch, beanspruchte das unrühmliche Recht der ersten Begegnung einer jeden neuen Braut. Man kann sich die Unzufriedenheit über derartige abscheuliche Behandlung im Volke vorstellen. Ein herzhafter Bräutigam liess sich dies nicht gefallen und floh mit seiner Braut in den Wald in Richtung Blasboden - Täschalp.
So etwas liess sich der Junker nicht gefallen. Er fühlte sich in seiner Ehre ungemein beleidigt, sprang dem jungen Brautpaar nach und holte es beim Junkerstein ein, wo ihn der kräftige Bräutigam kurzerhand erschlug. Daher stammt der Name „dr Junkerstei“, oberhalb vom Blasboden.
Meiertum
Der Gerichtsbezirk Täsch – Randa bildete 1305 einen Teil des Meiertums Naters-Brig. Um 1552 (Todesjahr des Kardinals Schiner) haben sich Täsch und Randa von allen Verpflichtungen gegenüber dem Zehnden Brig (Meiertum) losgekauft. Es erfolgte der Anschluss an das Meiertum St.Niklaus. Bald wurden Burger von Täsch selber Meier von St.Niklaus.

Als bischöflicher Beamter war der Meier der höchste Wirtschaftsbeamte des Grundherrn. Er erhob von den Hörigen den Zins für Grund und Boden und was sie sonst noch dem Lehnherrn schuldeten. Er hatte eine grosse Amtsgewalt und entschied über Leben und Tod. Die Urteilssprüche erfolgten nicht immer gerecht. Das damalige Recht machte den Meier zum dritten Erben. Das Vermögen des Hingerichteten wurde verteilt: ein Drittel fiel den rechtmässigen Erben zu, ein Drittel der Gemeinde, aus der er stammte, und den Rest bekam der Richter, der Meier.


Turbulente Zeiten
Bereits im Dezember 1388 soll der Herzog von Savoyen mit 3000 Mann vor den Visper Mauern gestanden haben. Er wollte den Zehnden bezwingen und knechten. Die Oberwalliser wären untergegangen, hätten sie nicht die steilen Gassen eingeschwemmt. Die klirrende Kälte machte die Strassen zur Eisbahn. Plötzlich waren die mit Steigeisen ausgerüsteten Mannen dem Feind haushoch überlegen. Mit grossen, rollenden Steinen vertrieben sie den Feind. Der „Blaue Stein“ in der Visper-Burgschaft erinnert noch heute an die Heldentat.
Turbulent ging es in der Franzosenzeit unter dem „allmächtigen Napoleon“ zu. Nach der Französischen Revolution griffen die Franzosen auch unsern Kanton an, um hier an die Macht zu kommen. Dafür gingen sie mit aller Brutalität gegen die Bevölkerung vor. Es roch bis ins hinterste Walliserdorf nach Krieg, Blut und verbrannter Erde. Die Dörfer und Speicher wurden geplündert und die wertvollen Kirchenschätze geraubt.
In der Schlacht im Pfynwald, am 28. Mai 1799, fielen auch fünf Freiheitskämpfer aus Täsch. Der Kämpfer Peter Lauber kam heil zurück, und bekam, wie versprochen, das Burgerrecht von Täsch. Mit den Franzosen endete auch die alte Gerichtsverfassung. 1811 traten die französischen Gesetze in Kraft.

Dorfbrunnen / Trinkwasser / Bewässerungsanlagen
Die Wasserversorgung von damals war sehr einfach, vor einem Wohnhaus wurde ein ausgehöhlter Baumstamm platziert, das Quellwasser oder Wässer-Wasser wurde mit einem Holzkännel zum Trog geleitet.
Im Jahre 1811 wurde eine Holzrohrleitung „Tricheln“ von der Wasserquelle in der Ägerta bis zum „Stockbrunnen“ bei der Kirche gelegt. Später wurde ein zweiter Brunnen oberhalb „Uf dem Biel“ aufgestellt, der nur bei genügend Wasser versorgt wurde. Im Winter war der Zulauf des Wassers meistens gefroren, die Bewohner mussten das kühle Nass aus dem Täschbach holen.
Die Kleider wurden am Dorfbrunnen oder am Täschbach, auch am Ufer der Vispe gewaschen. 1905 wurde beim Backhaus auf dem jetzigen Schulhausplatz eine Dorfwäscherei errichtet. Sie bestand aus zwei grossen Waschtrögen und einem Kochkessel.
Im Jahre 1904 beim Hotelbau „Täschhorn“ wurden die Holzröhren durch Metallröhren ersetzt. Eine zweite Quelle beim „Heeruschtadel“ wurde gefasst und in einen Behälter aus Holz (Reservoir) in der Ägerta geleitet. In den Sommermonaten war das Trinkwasser immer noch sehr rar. Das Hotel Täschhorn musste im Unterdach ein eigenes Reservoir bauen. Das wenige Wasser wurde mit einer Elektropumpe hochgepumpt.
Später wurde eine dritte Quelle in der Äbi in der Schlucht vom Täschbach gefasst. Das Wasser war sehr gut, aber leider brachte die Quelle immer noch nicht die nötige Trinkwassermenge für das Dorf. Bis zum Sommer 1953 mussten die Bewohner das Trinkwasser am Dorfbrunnen holen.
Auf der Täschalp unter „de Weng“ wurde 1952 eine Quelle mit viel und sehr gutem Wasser gefasst und bis ins neue Wasserreservat bei der Ägerta geleitet. Das Dorf wurde mit einer Rohrleitung vernetzt und jeder Wohnhauseigentümer konnte reines Täschalpwasser geniessen.

Stromversorgung Täsch
Unsere Vorfahren hatten nur eine spärliche Beleuchtung „äs Lusi“, mit Lumpenfasern machten sie einen Docht, steckten ihn in das Tierfett, zündeten ihn an und so hatten sie ein wenig Licht in der Wohnung. Erst um 1860 kamen die ersten Petroleumlampen ins Dorf.
Während der Winterzeit wurde früher die Schafwolle für den Eigenverbrauch verarbeitet, es wurde gewoben und gesponnen. Im Dorf stehen noch einige Webstühle in den stillen Kämmerlein.
Abends arbeiteten die Frauen am Spinnrad oder waren am Stricken von Socken und Pullovern, die Männer, wenn sie nicht abwesend auf einer Baustelle waren, beteten mit den Kindern den Rosenkranz. Ein schöner Brauch ist leider verschwunden, der „Abusitz“. Nach dem Nachtessen fand man immer noch Zeit, miteinander „z‘hängertu“ über die Alltagssorgen zu diskutieren, einander gute Ratschläge zu geben und Neuigkeiten auszutauschen. Waren Kinder anwesend, dann waren die alten „Bozägschichtä“ sehr spannend. Hie und da bekam mancher vor Angst Hühnerhaut und der kalte Schweiss rann den Rücken hinunter. So gingen die Abende schnell vorbei.
Das erste Elektrizitätswerk in Täsch wurde 1904/05 gebaut (das Hotel Täschhorn brauchte Strom) das bis 1939 funktionierte. Das Wasser wurde in einem Holzkanal auf das Antriebsrad der EW geleitet. Ein Angestellter musste die Wasserzufuhr, die von den beiden Mühlen kam, stets kontrollieren. Für die Überwachung erhielt er ein Monatsgehalt von Fr. 99.--. Das Triebrad ging in Brüche, ein neues Rad würde Fr. 2'000.00 kosten. Das Rad musste notgedrungen repariert werden und erzeugte weitere drei Jahren den Strom für Täsch.
Die Lonza AG hatte bereits eine Stromleitung bis Zermatt gebaut. Ab dem Jahre 1940 bezog auch Täsch den Strom von der Lonza Visp.

Palmweihe
Ein alter Brauch, der immer noch erhalten blieb, ist das Segnen der Palmen am Palmsonntag. Die geweihten Palmzweige werden in den Stuben und in den Viehställen aufgehängt, zur Abwehr von bösen Geistern und von Krankheiten.
Hausmetzgeta

Die „Hausmetzgeta“ gehört schon lange der Vergangenheit an. Vom Spätherbst bis Dezember wurde das gemästete Vieh im Hof vor dem Stall von einem Störmetzger geschlachtet. Heute unvorstellbar: Gross und Klein, alle kamen und halfen kräftig mit. Am späten Nachmittag war es soweit, die frisch zubereitete Blut- und Leberwurst standen schon auf dem Tisch zum Essen bereit.
Noch am selben Abend wurde das Fleisch der geschlachteten Tiere in Stücke geschnitten und in einem Holztrog „Müelta“, in der am Morgen noch die Schweine im heissen Harzwasser gebrüht worden waren, eingesalzen. Das Fleisch blieb eine Woche in der Salzlake liegen, erst nachher wurde es im Speicher zum Trocknen aufgehängt.
Die kleinen Fleischstücke wurden mit viel Gartengemüse: Lauch, Zwiebeln, Knoblauch, gekochte Kartoffeln und rote Randen von Hand durch die Fleischhackmaschine getrieben. Die Masse wurde nach Grossmutters Geheimrezept kräftig gewürzt, um dann in den Naturdarm der Schweine zu „Wurstjini“ gestossen (gefüllt). Im Speicher wurden die „Wurstjini“ zum Trocknen aufgehängt. Die Hauswürste sind nach etwa drei Wochen bereits zum Essen geniessbar, die Kostprobe der Würste war immer Mutters Weihnachtsüberraschung nach der Mitternachtsmesse.

Das Täscher Roggenbrot
Alle Jahre über die Neujahrstage wird immer noch im alten Burgerbackhaus das Täscher-Roggenbrot gebacken.
Anfangs September sah man rund ums Dorf und an den Hängen bis hoch zur Restj, die gelbgefärbten Roggenfelder, die zum Ernten bereit waren. Die reifen Roggengarben werden gebündelt und in den Stadel getragen. In der Winterzeit wurden sie gedroschen, d.h. zu zweit im Takt mit den Dreschschlegeln geschlagen. Das war in den Ohren wie Musik. Leider ist der Klang des Dreschens in Täsch nicht mehr zu hören.
Die Roggen-Körner werden in einer der zwei immer noch funktionsfähigen mit Wasser betriebenen Mühlen gemahlen. Genauso wie es früher war, als man sich noch das ganze Jahr hindurch mit dem eigenen Roggenbrot versorgte.
Als man den Roggen noch selber anpflanzte, wurde beim Bebauen des Ackers nach dem letzten Spatenstich mit dem Stiel ein Kreuz in den eingesäten Acker gemacht und die Saat wurde dem Schutze Gottes überlassen. Das Bepflanzen der Getreideäcker war eine zeitaufwendige, harte Arbeit, der Ertrag war sehr gering, so hat sich der Getreideanbau nicht mehr gelohnt.
Bereits im 17 Jahrhundert waren in der Kumme oberhalb vom jetzigen Brunnen eine Mühle und ein kleines Backhaus. Die Mühle steht heute noch, der Eigentümer W***y Lauber hat sie zu einer kleinen Wohnung umgebaut.
Die Doppelmühlen auf dem Biel werden immer noch mit Wasser vom Täschbach angetrieben.
Ein weiteres Backhaus wurde 1900 von der Burgergemeinde gebaut. Im Burgerbackhaus wird jedes Jahr über die Neujahrstage das Roggenbrot gebacken.
Um den Backofen zu füllen, braucht es für einen „Schuss Roggenbrot“ etwa 60 kg Roggenmehl, das mit 36 l Wasser zu einem Teig angerührt wird. Für das Vorheizen des Backofens mit Holzscheitern braucht es 4 bis 5 Stunden Zeit. Die Backzeit der 60. Brotlaibe von je einem Kilo braucht es etwa 75 Minuten.
Ab 1907 bezogen wir das tägliche Brot von der Genossenschafts- Bäckerei Stalden oder aus Randa. Die erste Dorfbäckerei in Täsch wurde 1951 durch den Bäckermeister Medard Mooser eröffnet. Am 30. September 2008 wurde der Backofen der Bäckerei Bruno Mooser zum letzten Mal aufgeschaltet, um dann für immer zu erkalten. „Eine 50jährige Tradition geht zu Ende“, schrieb er, „es ist schlichtweg nicht mehr möglich, eine Dorfbäckerei am Leben zu erhalten“.

Holzsâga
Die alte Säge (Sâga) in der Kumme war Eigentum von Alois Willisch. Er sägte das Holz für die neue Pfarrkirche. War der Säger anderswo beschäftig, sägte sogar der Pfarrer Josef Zurbriggen selbst.
Diese „Holzsaga“ wurde mit Wasser vom Täschbach betrieben. Leider wurde sie bei der Täschbach Katastrophe 1957 weggeschwemmt.
In der Eya war bereits eine grössere, modernere Sägerei, darum wurde auf einen Wiederaufbau der Sägerei in der Kumme verzichtet.

Boden Kultivierung im „Üsserä Sand“
Vor dem Bau der Visp-Zermatt Bahn floss die Vispe im Sommer quer durch die unkultivierte Landschaft. Die Burgergemeinde war die Eigentümerin dieser schönen, natürlichen Landschaft. Es war ein Lebensraum, ein Paradies für Tiere, für verschiedene Vogelarten, Schmetterlinge wie auch für Frösche.
Ein älterer Täscher erzählte mir: Als Schulknabe hütete er im Schali die Schafe, um abends nach Hause zu kommen, musste er öfters durch den von der Vispe überfluteten Weg waten. Er musste auch Frösche einsammeln, nicht etwa für die Gourmet Restaurants von Zermatt, sondern zum Füttern der Schweine.
Erst nach dem Bau der Bahn 1889 – 91 wurde der Fluss eingedämmt. 1894 beschlossen die Täscher Burger den Sand vom „üssere Sand“ zu verkaufen, die Kosten für die Entwässerung und den Boden auf die 47 „Tesselmänner“ Täscher Burger aufzuteilen.
So entstanden die Grundstücke, Sandteile genannt, mit den Gräben, die für die Bewässerung der Wiesen sowie als Abgrenzung des Grundstückes gebaut wurden. Während dem Kultivieren des Bodens wurde das littenhaltige Wasser von der Vispe auf die Wiesen geleitet, so wurde der Boden ausnivelliert, denn Humuserde war in der Umgebung von Täsch eine Rarität. Diese Wasserfläche war ein interessantes Bild, besonders vom Dampfzug der VZ- Bahn aus gesehen.

Täscher Reis
Ein Fahrgast beobachtete diese Wasserlandschaft und fragte den Kondukteur: „Was sind das für Wasserfelder? Sieht aus wie eine Reisplantage“. Der Kondukteur sagte: „ Gnädiger Herr, ja sie haben Recht, hier gedeiht der Täscherreis“. Er, der Kondukteur musste es ja wissen, denn während den Wintermonaten unterrichtete er die Schüler von Visp.
So entstand der Übernahme der Täscher „ d`Riis Chnubla“. Täscherreis bekommen sie immer noch in den Restaurants von Täsch serviert.

Auswanderung
Solange die Bevölkerung nur von der Landwirtschaft zu leben hatte, war eine zahlenmässige Entwicklung nur bis zu einen bestimmten Grad möglich. Die überzähligen Personen waren gezwungen auszuwandern, wie die Walser im 12. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert gingen 20 Täscher, teils mit Familien, nach Amerika. Im Frühjahr 1881 verreisten an einem Tag neun Personen. Einzelne davon kamen in einigen Jahren bereits wieder zurück. Auch Hermann Lauber mit seiner Frau Frida suchte sein Glück im Mai 1951 in den USA. Aber sie kamen nach drei Monaten wieder heim. Hermann meinte: „In Amerika sind die Steine ebenso hart wie hier“.

Unsere Jugendzeit
Wenn wir an unsere Jugendzeit zurückdenken und das damalige Leben den heutigen Teenagern schildern, geht ein Schmunzeln über die gepuderten, gepiercten Gesichter und es heisst schnell: “Das kann man sich im 21.Jahrhundert doch gar nicht mehr vorstellen! “
Wie so etwas möglich war, wird erst verständlich, wenn wir die ehemaligen Moralvorstellungen der Gesetzeshüter und der tiefgläubigen Pfarrherren besser kennen.
Eine Frau war ohne Kopftuch nicht „anständig“ gekleidet.
Zwei Stunden vor Empfang der Kommunion durfte man nichts essen und höchstens Wasser trinken.
Frauen mit geschminkten Lippen bekamen von unserem Pfarrer keine Kommunion.
Die Schulmädchen durften auch bei heftigem Schneetreiben (Guggsa) nicht mit langen Hosen in die Kirche oder zur Schule gehen.
Versandhauskataloge mit Abbildungen von Unterwäsche gehörten nicht in Kinderhände.
Mann und Frau durften nicht unverheiratet zusammenleben.
Es war Pflicht, an Sonn- und Feiertagen zur Messe und zur Andacht zu gehen.
Am Strassenrand beim Dorfeingang hingen Plakate mit der Aufschrift: „Wanderer kleide dich anständig!“
Damit der Täschbach nicht mehr Dorf und Wiesen verwüste, haben die Täscher 1870 das Gelübde ausgesprochen, das Tanzen an Sonn- und Feiertagen strengstens zu verbieten

Der „Milchzug“
Der „Bella Toni“, einer vom Milchzug, muss es ja wissen, woher der Name stammt, er schilderte mir die Geschichte wie folgt: “An einem Fastnachtstreiben im Oberdorf hatte die „Fegisch Marta“ den 33er- Jahrgängern, die für ihre derben Spässe bekannt waren, als Symbol eine Milchflasche mit Nuggi überreicht mit den Worten: „Ihr sit alles no fertigi Jungini“. Die Burschen hatten ihren Spass daran und zogen mit der Milchflasche johlend durchs Dorf.
Zu jener Zeit passierten im Dorf oft auch bösartige Streiche. Aus Langeweile zogen übermütige Jungen durch die Gassen und schlugen sogar an bewohnten Wohnungen Fensterscheiben ein. Alles, was denen ins Auge stach, wurde beschädigt. Die Behörde war gegenüber der Gruppe machtlos. Dem korrekten, strengen Gemeindepräsident wurde vor dem Hauseingang eine Stange mit dem Gessler Hut gepflanzt. Solche Streiche wurden oft einem Jungen namens Kurtli angelastet.
Wenn im Dorf wieder einmal ein böser Streich die Leute ärgerte, hiess es: das war der “Kurtli“. Nach der Schulentlassung zog „Kurtli“ in die Üsserschwjiz, noch viele Jahre später, wenn etwas passierte, hiess es: „Der Kurtli hat‘s gemacht.“
Die jüngeren Schulkinder mussten um 17.30 zu Hause sein. Der Gemeindepräsident und der Dorfpfarrer waren mit uns sehr streng, sie machten die Kontrollen.
Wöchentliche Arztvisite in Täsch
Zum Nachteil der Kranken fehlt heute in Täsch die damalige Dienstleistung. Ist jemand schwer krank im Bett, kommt kein Arzt nach Täsch zum Patienten. Wenn die kranke Person nicht mit dem Zug oder Taxi nach Zermatt fahren kann, muss sie mit der Ambulanz abgeholt werden.
Das war früher (bis anfangs 1970) noch einfacher. Am Mittwochnachmittag kam der Arzt Dr. Gentinetta, am Freitagnachmittag Dr. Julen Siegfried zu den Patienten nach Täsch. Anschliessend hatten sie regelmässig im Gemeindehaus in einem kleinen Kämmerchen, das notdürftig als Untersuchungsraum eingerichtet war, Sprechstunde.
Die Anwesenheit des Arztes wurde jeweils durch das Läuten der Kirchenglocke bekannt gemacht. Der Arzt hatte immer die wichtigsten Medikamente und Spritzen dabei, so konnte er den Kranken helfen. Die Patienten vertrauten dem Arzt und waren mit dieser Dienstleistung mehr als zufrieden. Dr. Julen hatte einen Assistentsarzt, Dr. Matyis. dieser war bei den Kindern sehr beliebt. Zur Begrüssung gab er immer ein „Sugus Bonbon“. Darum nannten ihn alle im Dorf den „Sugusdoktor“. Die Behandlung war meistens sehr einfach: kurze Untersuchung, Hose runter, Spritze ins Gesäss und am nächsten Tag waren Schmerzen und Beschwerden weg.

Die Bergführer: unsere Tourismus-Pioniere
Bis zum Jahre 1820 sah man in unserem Tale selten fremde Gesichter. Die Bergwelt galt für sie als unantastbar. Teilweise sahen sie Gespenster in den Felswänden. Sie fürchteten sich vor den engen Schluchten, vor dem riesigen Gebirge, vor den Gletschern mit dem ewigen Schnee.
Durch den im Jahre 1857 in London gegründeten Alpenclub wurde nicht nur das Montblanc–Massiv (1786), sondern auch das innere Nikolaital mit den meisten 4000er- Gipfeln bei den finanzkräftigen Bergfanatikern bekannt. Für die einheimischen Männer war zu dieser Zeit der Bergführerberuf oder die Arbeit als Träger, Säumer oder Fuhrmann die einzige Verdienstmöglichkeit. Solange die Touristen, welche die Zermatter Bergwelt sehen wollten und unser Dorf durchqueren mussten, konnten die Bergführer von Täsch mit Leichtigkeit die Touristen für eine Tour anwerben.
Wahrscheinlich hat jeder Bergführer ein Abenteuer, etwas Schlimmes, fast Unglaubliches im Kampf um das Überleben im Schneesturm oder in einer Gletscherspalte bei eiserner Kälte mit dem Gast erlebt. Um zu überleben, musste manch einer mit den letzten vorhandenen Kräften im harten Eisschnee ein Iglu bauen. Nur so konnte der Bergführer mit seinem anvertrauten Gast überleben. Zum Glück bleiben auch die schönsten Bergerlebnisse in guter Erinnerung.
Wir erinnern uns an den Bergführer-Aspirant Bernhard, Sohn des Viktor Imboden, der 1995 in der Bergführer Aspiranten Schule in Pontresina verunfallte.
Josef Brun, ein Urgrossvater, schrieb ins Bergführerbuch *) von Max Imboden: Heute, am 24. Juli 1985, bestieg ich bei prächtigem Wetter das Weisshorn, in 4 Std. 40 Minuten. Dies verdanke ich vor allem, nebst Gotteshilfe, dem ausgezeichneten Bergführer Max Imboden von Täsch. Er hat den Mut gehabt, mich, obwohl 81 jährig, für diese riskante Tour anzunehmen.
Und dann wusste er seine Führung meinen Fähigkeiten so fein anzupassen, dass ich ohne allzu grosse Mühe hinauf- und hinunter kam.
*) Weisshornhütte, 24.Vll.85 Jos. Brun

Himalaja – Expedition
Grossen Erfolg im Himalaja hatten die zwei Bergführer Viktor Imboden, Täsch und Henry Willi, Zermatt-Täsch von der 15köpfigen Zermatter Himalaja-Expedition unter der Leitung von Bruno Jelk. Die zwei Bergführer bezwangen am Freitag, 28. Oktober 1988, den 8398 Meter hohen Lhotse Shar, einen Nebengipfel des Monte Everest, ohne den Gebrauch von Sauerstoffgeräten. Die beiden Gipfelstürmer machten dabei auch die ersten Fotos auf dem Gipfel des Lhotse Shar und platzierten eine VS Fahne.
Auch Bergführer Klaus Tscherrig stand am 27. Mai 2007 morgens um sechs Uhr stand er als Expeditionsleiter zusammen mit den Sherpas und zwei seiner langjährigen Gäste auf dem Gipfel des „Seven Summits“, Mount Everest. Er erklärte: „Auf dem Gipfel standen wir 20 Minuten bei minus 25 Grad“. So hat er die harte Besteigung auch geschafft.

Bau der Visp - Zermatt Bahn

Im Jahre 1886 hatte Herr Masson, Bankier in Lausanne, an die Bundesbehörden ein Gesuch eingereicht für die Erteilung einer Konzession für den Bau und Betrieb einer schmalspurigen Eisenbahn von Visp nach Zermatt.
Die Zahl der Touristen, die jährlich das Zermatter Tal besuchten, betrug bereits etwa 12 000. Die Verbindungen von Visp bis Zermatt waren sehr schlecht. Von Visp bis St.Niklaus, auf einer Entfernung von rund 19 km, bestand nur ein Saumweg, es war eine Tagesreise.
Die Arbeiten in Täsch begannen am 1. April 1890. Nur gerade fünf Jahren dauerte der Bau dieses einmaligen Werkes von Visp nach Zermatt. Am 6. Juli 1891 waren die Eröffnungsfeierlichkeiten für die letzte Etappe der Bahnstrecke von St.Niklaus nach Zermatt.
Zum grossen Glück der Säumer und Fuhrmänner fuhr die VZ Bahn nur während der Sommerzeit. So hatten die Säumer und Fuhrmänner wenigstens im Winter einen Erwerb. Ab 1928 war auch das vorbei, der Zug fährt von nun an das ganze Jahr.
Nachdem die Bahn bis Zermatt fuhr, änderte sich für Täsch manches schlagartig. Die finanzkräftigen Bergsteiger nahmen die Bahn, sie fuhren am Dorfrand Täsch vorbei. Für die 15 Täscher Bergführer begann wieder eine harte Zeit. Sie hatten grosse Mühe, Berggänger für eine Tour zu finden, denn die cleveren Zaniglaser Bergführer hatten im Zug die Touristen bereits angeworben. Die Täscher Bergführer wussten bald einen Rat. Um ihr Einkommen zu sichern, sensibilisierten sie die Bevölkerung und die Gemeindeverwaltung für einen Hotelbau. Sie hatten Erfolg, das Burger Hotel Täschhorn wurde 1904 glorreich eröffnet.

Der Steinregen im „Hotel Täschhorn“
Am Abend des 12. Juli 1955 werden drei Küchenmädchen durch unerklärliches Pochen an Fenster und Türen in Küche und Office erschreckt, auch glauben sie, eine schemenhafte Gestalt zu sehen. Tags darauf fällt bei geschlossenen Türen und Fenstern plötzlich ein Stein auf den Küchenboden. Der Hotelpächter Hugo Mooser hebt ihn auf und bemerkt, dass der Stein noch warm ist. Am Donnerstag, dem 14. Juli, beginnen die Steinwürfe bereits morgens um sieben Uhr, sie erfolgen auch während der gemeinsamen Mahlzeiten von Pächterpaar und Angestellten. Am Mittag nochmals ein heftiger Steinregen, zusätzlich rollten grosse volle Konservenbüchsen durch die Küche.
Eine dem Exorzismus ähnliche Zeremonie durch drei katholische Pfarrherren *) verlief ohne Erfolg. Am nächsten Tag regnete es wiederum Steine, und sogar Küchengeräte segelten durch den Raum. Nach drei Tagen hörte der Steinspuk plötzlich und ebenso unerklärlich auf. Es hatten sich insgesamt 80 bis 100 Steinwürfe ereignet, von den Steinen getroffen wurde niemand.
*) Pfarrer Josef Zurbriggen, Pfr. Elias Mooser und Pfr. Kaspar Lauber

Tanz im Bozustadelti

An Sonn- und Feiertagen war es in Täsch seit jeher verboten zu tanzen. Wenn einer seine Wohnung zur Verfügung stellte, musste er als Busse fünf Franken und jeder Tänzer einen Franken an die Kirche bezahlen. Die Täscherinnen hatten das Tanzen im Blut. Getanzt musste werden und so tanzte man im Verborgenen.
An einem Sonntagnachmittag ging es in einem „Stadelti“ besonders lustig und lebhaft zu. Man tanzte und vergnügte sich und niemandem fiel es auf, dass plötzlich unter den Musikanten ein Geiger im Frack stand und lustig mitspielte. Der Tanz wurde immer wilder und ausgelassener. Dann mischte sich der Geiger unter die Tanzpaare. Seiner Geige entquoll ein wildes, aufpeitschendes Spiel, wie man es nie zuvor gehört hatte. Da entdeckten die Tanzenden, wie unter dem Frack eine schwarze Gestalt, der „Teufel“, herausschaute. Die Paare stoben auseinander und glaubten endlich an die Sonntagspredigt vom Pfarrer, der sagte: „Dass beim lästerlichen Tanzen der Teufel die Hand im Spiel hat“.

Die Geister vom Täschgufer
Ein Schulknabe namens Herbert hütete in „d´Lobana“ am Täschgufer Grossvaters Vieh. Es war an einem Herbsttag. Die wilden Kirschbäume waren bereits glühend rot gefärbt, ein wunderschöner Anblick. Auf einmal kam ein kräftiger Wirbelsturm. Durch die Luft flogen die goldenen Blätter. Das Vieh wurde unruhig. Nur kurz hatte er seinen Blick dem Täschgufer zugewandt und die Kühe sprangen mit gehobenem Schwanz über die Matten hinunter in den Stall. Das kam ihm komisch vor. Vom Fugseloch her hörte er seltsame Geräusche, dann Jammerstimmen „oje, oje! Betet für uns Arme Seelen. Erlöset uns von den ewigen Qualen des Fegfeuers“. Der „kaltu“ Schweiss rann ihm den Leib hinunter. Er betete und betete. Auf einmal war es ruhig, der Spuk war weg.
Einige Tage später spielten er und sein älterer Bruder im Täschgufer, wo man sagt, dass dort das ehemalige Dorf Täsch stand. Sie fanden unter einem grossen Felsen einen Einstieg, dort krochen sie hinunter. Das Loch wurde immer enger und enger, es ging nur noch nach unten. Sie warfen Steine in die Löcher und hörten, wie die Steine immer tiefer vielen, wie über eine Treppe hinab. Da war vermutlich eine Kellertreppe eines verschütteten Hauses von dem alten Dorf Täsch.

Antonius – Prozession
Damit der Bevölkerung die grosse Täschbach Überschwemmung vom 15. - 17. Juni 1957 in Erinnerung bleibt, findet jeweils am 13. Juni die Antonius Prozession statt. Der Zermatter „Peterjosi“ schrieb am 14. Juni 1977 folgenden Artikel im Walliser Bote:
Gestern, am 13. Juni, fand in Täsch die Antonius Prozession statt. Sie führt stets dem Bach entlang, der in seinem steinernen Bett so unschuldig tut, als hätte er nie Angst und Schrecken über die Bergbewohner gebracht.
Viele Rosenkranzperlen gingen durch die Finger der Frauen und Kinder. Männer waren wenige dabei, man war an der Arbeit, man muss Geld verdienen. Aber heute in der Not dürfen wir ruhig an die Brust schlagen und fragen: „Sollten wir bei all dem Geldverdienen nicht etwas mehr ans Beten denken?“

Literaturverzeichnis:
Chronik von Pfarrer Josef Zurbriggen
Pfarrblatt Täsch, Pfr. Eduard Imhof
Pfarrblatt Täsch, Pfr. Josef Albrecht
Imhof Eduard Pfarrer, „Land und Leute 1975“
Summermatter Josef / Imboden Michael „ Zaniglaser Chroniksplitter“
Ruppen Peter Josef, Imseng Gustav, Imseng Werner, „Saaser Chronik“
Lehner Karl, „Zermatter Sagen und Legenden“
Kronig Stanislaus „Geschichtliches über Zermatt“
„Wir Walser“ Vereinigung für Walsertum Brig
Die Alpen Zeitschrift des Schweizer Alpen – Clubs
WB Walliser Bote, Visp, und RZ Regionalzeitung Oberwallis
Walliser Volksfreund, Naters
Summermatter Josef / Imboden Michael „ Zaniglaser Chroniksplitter“
Ruppen Peter Josef, Imseng Gustav, Imseng Werner, „Saaser Chronik“
Zermatter Brevier von Werner Kämpfen

Verfasser: Leo Imboden Haus Arvenhof, 3929 Täsch
Foto: Bruno Imboden, Leo Josef Imboden

Täsch, im Frühjahr 2019

Verfasser: Leo Imboden Haus Arvenhof, 3929 Täsch
Foto: Bruno Imboden, Leo Josef Imboden

Täsch, im Frühjahr 2019

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Täsch
3929

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